Rückschau: Mobilität in Berlin und der Region – Austausch mit klaren Signalen für die Wirtschaft

„Spannend. Transparent. Konstruktiv. Gute Ideen und klare Maßnahmen.“
So lauteten einige Stimmen aus dem Kreis der zahlreichen Unternehmer*innen, die unserer gemeinsamen Einladung zum Mittelstandsforum Metropol in die BVG-Zentrale an der Holzmarktstraße gefolgt waren. Besonders positiv wurde hervorgehoben, dass die Diskussion von Offenheit geprägt war – und dass es kein „Berlin-Bashing“ mehr brauche, wenn doch der Berliner ÖPNV in Deutschland und teils sogar europaweit in Dichte und Erreichbarkeit Maßstäbe setzt.

Tradition des Mittelstandsforums – gemeinsame Plattform für Austausch und Lösungsideen

In bewährter Zusammenarbeit von IMW e.V. und FKU e.V. fand erneut ein Abend statt, der Unternehmen praxisrelevante Einblicke und die Möglichkeit zum direkten Austausch bot.
FKU-Vorständin Helene Anders begrüßte die Gäste und erinnerte an die inzwischen über zehnjährige Tradition des Formats, das den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Sinne der Berliner Betriebe ermöglicht.

Im Vorfeld hatte die IMW bei ihren Mitgliedsunternehmen zentrale Fragen zur Mobilität zusammengetragen – ein Input, der den Abend klar strukturierte und die Anliegen der Wirtschaft in den Mittelpunkt rückte.

Klartext zu Herausforderungen und Chancen: Verkehrssenatorin Ute Bonde

Verkehrssenatorin Ute Bonde stellte die aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen des Landes Berlin dar – insbesondere die spürbaren Kürzungen im Verkehrsbereich. Gleichzeitig machte sie deutlich, welche Projekte trotz begrenzter Mittel vorangetrieben werden:

  • Verbesserte Ladezonenregelungen, etwa in der Kantstraße
  • Handwerkerparken als gemeinsame Aufgabe von Senat und Bezirken, um bürokratische Hürden abzubauen
  • Digitalisierung von Genehmigungsprozessen, wie die digitale Vignette
  • Neue Busspuren mit integrierten Radverkehrslösungen, um Verkehrsmittel besser zu verknüpfen
  • Beschleunigte Genehmigungsverfahren bei Brückensanierungen – mit Fokus auf Engstellen wie der Elsenbrücke

Für viele Unternehmen waren diese Informationen besonders relevant, da Mobilität und Erreichbarkeit zentrale Faktoren für wirtschaftliches Arbeiten in der Stadt darstellen.

BVG: Stabilere Angebote, neues Personal und geplante Netzerweiterungen

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, gab einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand des Betriebs und die nächsten Schritte:

  • Mehr Zuverlässigkeit durch neue U-Bahnzüge und E-Busse
  • Personalaufbau im vierstelligen Bereich – essenziell zur Sicherung des Betriebs in Zeiten des demografischen Wandels
  • Netzerweiterungen, u. a.
    • U3 Richtung Mexikoplatz (im Bau)
    • Prüfungen für Verlängerungen von U7 und U8 bis zum BER
    • neue Erschließungen wachsender Wohngebiete
  • Tram-Ausbau als wirtschaftlich sinnvolle Ergänzung überall dort, wo U-Bahn-Bau nicht rentabel ist

Besonderes Interesse weckte Falks Ausblick auf autonome Verkehrssysteme, die in Berlin zunehmend realistisch werden. Sie könnten künftig Taktungen verkürzen, Verkehrsströme stabilisieren und Informationssysteme verbessern.

Mobilität als Wirtschaftsfrage – und als Gemeinschaftsaufgabe

Im gemeinsamen Gespräch wurde deutlich, wie groß das Potenzial eines modernen, flexiblen Verkehrssystems für die regionale Wirtschaft ist. Autonomes Fahren, verstärkte ÖPNV-Anbindung und digitale Verfahren können einen messbaren Beitrag leisten, um Erreichbarkeit zu sichern und den Wirtschaftsverkehr effizienter zu gestalten.

Die lebendige Diskussion setzte sich beim anschließenden Get-together fort – ein Zeichen dafür, dass Mobilität in Berlin für viele Unternehmen nicht nur eine organisatorische, sondern eine strategische Frage ist.

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