Wie bleibt Berlin ein starker Wirtschaftsstandort?
Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die erste Berliner Wirtschaftsförderungskonferenz der Bezirke. Unter dem Motto „Gestalten. Vernetzen. Bewegen.“ kamen in der Alten Turnhalle am Ostkreuz mehr als 200 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden zusammen. Erstmals luden die Wirtschaftsförderungen aller zwölf Berliner Bezirke gemeinsam zu einer Konferenz ein. Natürlich war auch der FKU mit Cedrik Lutz und Helene Anders dabei.



Wirtschaft braucht Flächen – und verlässliche Partner
Ob Unternehmensansiedlung, Transformation bestehender Betriebe oder die Entwicklung neuer Gewerbestandorte: Viele Diskussionen kreisten um die Frage, wie Berlin auch künftig Raum für wirtschaftliche Entwicklung schaffen kann. Deutlich wurde dabei, dass die Konkurrenz um Flächen weiter zunimmt. Wohnungsbau, Klimaanpassung und wirtschaftliche Nutzung müssen in einer wachsenden Stadt zusammen gedacht werden.
Die bezirklichen Wirtschaftsförderungen sehen sich dabei als erste Anlaufstelle für Unternehmen vor Ort. Sie kennen die Herausforderungen der Betriebe, begleiten Investitionsvorhaben und vermitteln zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Die Konferenz stellte das Engagement der Wirtschaftsförderungen in den Vordergrund, die mit ihrer Arbeit den Wirtschaftsstandort Berlin prägen – oft im Hintergrund, aber mit direkter Wirkung für die regionalen Unternehmen.

Zukunft entsteht in den Bezirken
Bereits die inhaltlichen Beiträge am Vormittag richteten den Blick auf die lokale Ebene. Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) verdeutlichte in ihrer Keynote „Zukunft wird vor Ort gemacht“, welche Bedeutung Städte und Bezirke bei der Gestaltung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen haben. Prof. Dr. Lech Suwala von der Technischen Universität Berlin griff diesen Gedanken auf und analysierte die Entwicklung gewerblicher Standorte in den Berliner Bezirken. Seine Ausführungen machten deutlich, wie stark sich Gewerbelagen verändern und welche Herausforderungen sich daraus für Unternehmen und Verwaltung ergeben.



Transformation als gemeinsame Aufgabe
Auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner, Bürgermeistern aus drei Bezirken sowie Maria Kauffmann als Vertreterin der Berliner Unternehmensnetzwerke rückte die großen Transformationsaufgaben in den Mittelpunkt. Digitalisierung, Klimaneutralität und demografischer Wandel betreffen Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen. Erfolgreiche Lösungen entwickeln die beteiligten Akteure dort, wo sie ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Ressourcen zusammenbringen.
Neben den bezirklichen Wirtschaftsförderungen beteiligten sich Vertreter:innen der Senatsverwaltungen, der IHK, von Berlin Partner, der Investitionsbank Berlin sowie Unternehmensnetzwerke und Unternehmen aus der gesamten Stadt an den Diskussionen. Damit spiegelte die Konferenz die Vielfalt der Akteure wider, die täglich an der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins arbeiten.

Austausch über Bezirksgrenzen hinweg
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden die Diskussionen in Arbeitsgruppen zu Wirtschaftsflächenentwicklung, Einzelhandel und Geschäftsstraßen, Arbeit und Beschäftigung sowie Tourismus und Standortmarketing. Dabei zeigte sich, dass viele Herausforderungen nicht an Bezirksgrenzen enden. Der Bedarf an Gewerbeflächen, die Belebung von Geschäftsstraßen oder die Fachkräftesicherung beschäftigen die gesamte Stadt. Bezirks- und ressortübergreifende Kooperation ist einer der wichtigsten Hebel, um gute Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum zu schaffen.
Für den FKU bot die Konferenz die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen aus erster Hand zu diskutieren und bestehende Kontakte zu Wirtschaftsförderungen, Institutionen und Unternehmen weiter auszubauen. Vor allem aber setzte die Veranstaltung ein wichtiges Signal: Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin entsteht im Zusammenspiel vieler Akteure – und die bezirklichen Wirtschaftsförderungen übernehmen dabei eine zentrale Rolle.
Fotos: Fotografin Sabrina Wagner @personalbrandingfoto | personalbrandingberlin.de



