Karrieretag – Dual in deine Zukunft 2026: Begegnungen, die Zukunft bewegen

„Kann ich das auch mal ausprobieren?“ Diesen Satz hörte man beim 5. Karrieretag – Dual in deine Zukunft in der EAST SIDE MALL immer wieder. Während vor einem Stand Kabel verbunden wurden, diskutierten wenige Meter weiter Auszubildende mit Jugendlichen über ihren Arbeitsalltag. An anderer Stelle wurden Pflastersteine gesetzt, Werkzeuge getestet oder erste Einblicke in Berufe gegeben, die viele Schülerinnen und Schüler bisher nur vom Hörensagen kannten.

Wo sonst eingekauft, gebummelt oder ein Kaffee getrunken wird, stand einen Tag lang die berufliche Zukunft im Mittelpunkt. Bereits zum fünften Mal brachte der Karrieretag in der EAST SIDE MALL Jugendliche, Unternehmen und Institutionen zusammen. Über 20 Unternehmen, Institutionen und Bildungspartner präsentierten ihre Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten. Das gemeinsame Ziel: Berufsorientierung mit praxisnahmen Mitmachangeboten zu einem Erlebnis machen.

Wo Berufswünsche auf Praxis treffen

Der Karrieretag verfolgt ein einfaches Prinzip: Berufe werden verständlicher, wenn man sie erlebt. Deshalb standen praktische Erfahrungen im Mittelpunkt. Die Jugendlichen konnten Fragen stellen, Tätigkeiten ausprobieren und direkt mit Menschen sprechen, die ihren Beruf tagtäglich ausüben. Ausbilder*innen, Fachkräfte und Auszubildende berichteten offen von ihrem Berufsalltag, ihren Herausforderungen und ihren eigenen Karrierewegen.

Genau dieser Praxisbezug macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus. So konnten Besucher:innen unter anderem Pflastersteine setzen, Wasserrohre verschrauben, Taschen gestalten, einen Altersanzug testen, Blutdruck messen oder Ausrüstung verschiedener Berufe kennenlernen. „Es gibt wirklich viele Angebote und nicht nur Papier und einen Stand, sondern tatsächlich kann man auch vor Ort hier hinter die Kulissen gucken“, fasste René Pérez Domínguez, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg, seine Eindrücke zusammen.

Auch Schulstadtrat Andy Hehmke betonte die Bedeutung der Veranstaltung: „Was ist wichtiger, als jungen Menschen Hilfestellung dabei zu geben, den Weg ins Leben zu finden, wenn sie mit der Schule so langsam zum Ende kommen?“ Für ihn ist der Karrieretag „ein ganz wichtiger Baustein“ in der Berufsorientierung junger Menschen.

Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielfältig die regionale Ausbildungslandschaft ist. Ob Handwerk, Hotellerie, Gastronomie, Gesundheitswesen, Verwaltung, soziale Berufe, Pflege oder technische Ausbildungswege – die Bandbreite an Möglichkeiten war groß. Von Ausbildungsberufen mit Berufsbildungsreife über Zugänge mit MSA bis hin zu dualen Studiengängen war für unterschiedlichste Bildungswege etwas dabei.

Für viele Schülerinnen und Schüler war es die Chance, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Berufe kennenzulernen, die sie bislang noch nicht in Betracht gezogen hatten. Insgesamt nutzten mehr als 500 Jugendliche die Gelegenheit, sich über ihre beruflichen Perspektiven zu informieren.

Nachwuchskräfte gewinnen beginnt mit Begegnungen

Was für die Jugendlichen Orientierung bedeutet, ist für Unternehmen eine wichtige Investition in die Zukunft. Für die teilnehmenden Unternehmen ist der Karrieretag weit mehr als eine klassische Ausbildungsmesse. Er bietet die Möglichkeit, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, bevor diese Bewerbungen schreiben oder sich für einen konkreten Berufsweg entscheiden. Viele Jugendliche begegnen hier zum ersten Mal Unternehmen aus ihrem Bezirk. Sie erfahren, welche Berufe vor Ort ausgebildet werden, welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt und welche Menschen hinter den Betrieben stehen. Für die Unternehmen entsteht dadurch die Chance, frühzeitig Interesse für ihre Branche zu wecken und sich als potenzieller Ausbildungsbetrieb zu präsentieren.

Besonders wertvoll sind dabei die persönlichen Gespräche. Anders als bei einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch entstehen die Kontakte ungezwungen. Jugendliche stellen Fragen, probieren Tätigkeiten aus und gewinnen einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag. Unternehmen lernen im Gegenzug potenzielle Nachwuchskräfte kennen und können einschätzen, wer echtes Interesse mitbringt.

Dass dieses Format funktioniert, zeigte sich auch in den Rückmeldungen der Aussteller. Helmut Arndt von der Frisch & Faust Tiefbau GmbH zog zur Halbzeit der Veranstaltung ein positives Fazit: „Wir haben tolle Gespräche gehabt, die in der Qualität selten vorkommen.“

Viele Aussteller nutzen den Karrieretag deshalb seit mehreren Jahren. Sie berichten von Kontakten, aus denen Praktika, Ferienjobs oder spätere Ausbildungsverhältnisse entstanden sind. Gleichzeitig stärkt die Veranstaltung die Sichtbarkeit der Unternehmen im Bezirk. Mehr als 500 Jugendliche besuchten den Karrieretag 2026 – für viele Betriebe eine Gelegenheit, ihre Ausbildungsangebote dort vorzustellen, wo die Fachkräfte von morgen nach Orientierung suchen.

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Der Karrieretag bringt nicht nur Jugendliche und Unternehmen zusammen. Auch die Aussteller kommen miteinander ins Gespräch, knüpfen neue Kontakte und stärken das Netzwerk der regionalen Ausbildungsbetriebe.

Wenn Berufe greifbar werden

Der Karrieretag „Dual in deine Zukunft“ versteht sich nicht als klassische Ausbildungsmesse. Im Mittelpunkt stehen nicht Broschüren oder Werbematerialien, sondern persönliche Begegnungen und praktische Erfahrungen. Wie fühlt es sich an, Pflastersteine zu setzen? Was passiert, wenn man im Altersanzug plötzlich jede Bewegung bewusster wahrnimmt? Und wie verändert sich der Blick auf einen Ausbildungsberuf, wenn man direkt mit Menschen spricht, die ihn jeden Tag ausüben?

Viele Aussteller brachten nicht nur Informationsmaterial mit, sondern konkrete Aufgaben aus ihrem Arbeitsalltag. Bei Frisch & Faust konnten Jugendliche Pflastersteine setzen und Wasserrohre verschrauben. An anderen Ständen wurde Blutdruck gemessen, ein Altersanzug getestet oder mit Materialien gearbeitet, die sonst nur in Ausbildung und Beruf zum Einsatz kommen.

Dabei entstanden Gespräche, die weit über die klassischen Fragen nach Bewerbungsfristen oder Schulabschlüssen hinausgingen. Unternehmen erklärten, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, welche Anforderungen sie an Auszubildende stellen und welche Entwicklungsmöglichkeiten sie bieten. Die Jugendlichen konnten direkt nachfragen, Dinge ausprobieren und herausfinden, ob ein Beruf überhaupt zu ihnen passt. Für viele Jugendliche beginnt die Entscheidung für einen Beruf nicht mit einer Stellenanzeige, sondern mit einem Gespräch.

Ein starkes Netzwerk für den Bezirk

Der Erfolg des Karrieretages basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Unternehmen, Verwaltung und Institutionen. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Jugendlichen frühzeitig Orientierung zu geben und gleichzeitig die Fachkräftesicherung in der Region zu stärken.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigte sich auch 2026 wieder an den vielen Gesprächen, den gut besuchten Ständen und dem großen Interesse der Schülerinnen und Schüler.

Organisiert wurde der Karrieretag wieder von einem breiten Bündnis für regionale Ausbildung: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Jugendberufsagentur am Standort Friedrichhain-Kreuzberg, Handwerkskammer Berlin, Regionalen Fachkräfte-Bündnis, EAST SIDE MALL und Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein (FKU).

Fotos: Martin Heinlein | Freier Fotograf

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