Nächster Halt Talgo
Wer schon einmal an einem sonnigen Nachmittag oder Abend bis ganz ans Ende des RAW-Geländes gelaufen ist, wird feststellen: Zwischen all den bekannten Freizeitangeboten, Clubs und Veranstaltungsorten befindet sich hier auch ein richtig großes Unternehmen. Und zwar unser FKU-Mitglied Talgo Deutschland.
Talgo ist international als Hersteller von Schienenfahrzeugen tätig und kümmert sich gleichzeitig um deren Wartung und Instandhaltung. Am Berliner Standort in der Revaler Straße werden Züge gewartet, repariert und technisch aufgearbeitet. Dazu gehören unterschiedlichste Arbeiten – von der Bearbeitung und Reprofilierung der Radsätze bis hin zu umfangreichen Wartungs-, Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten. Talgo baut außerdem mit dem ICE L eine neue Fahrzeuggeneration für die Deutsche Bahn, die seit Ende 2025 nach und nach auf deutschen Strecken unterwegs ist.
Umso schöner, dass Talgo für eine 9. Klasse der Ellen-Key-Schule seine Tore geöffnet hat. Werksleiter Herr Silberberg und sein Team nahmen sich die Zeit, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, was in den großen Hallen passiert, an denen viele vermutlich schon unzählige Male vorbeigelaufen sind.

Und zu entdecken gab es einiges: Die Schülerinnen und Schüler konnten sehen, wo Radsätze bearbeitet werden, welche Arbeiten bei der Wartung und Instandhaltung eines Zuges notwendig sind und wie viel Technik, handwerkliches Können und unterschiedliche Berufsbilder eigentlich dahinterstecken, damit ein Zug am Ende zuverlässig auf der Schiene unterwegs sein kann.
Die Mitarbeitenden von Talgo nahmen sich Zeit, erklärten die einzelnen Arbeitsbereiche und standen natürlich auch für die Fragen der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Das große Highlight war aber, selbst einen Zug betreten zu dürfen, der gerade in der Werkshalle stand. Einmal in der 1. Klasse Platz nehmen, alles aus nächster Nähe anschauen und schließlich sogar in den Führerstand gehen und sich für einen Moment auf den Platz setzen, von dem aus ein solcher Zug gesteuert wird – das sind Einblicke, die man bei einem normalen Spaziergang über das RAW-Gelände wohl eher nicht bekommt.
Natürlich ist so ein Besuch nicht für jede Schülerin und jeden Schüler gleichermaßen spannend. Aber vielleicht hat sich der eine oder die andere auf dem Heimweg schon die Frage gestellt, ob eine technische Ausbildung – beispielsweise im Bereich Mechatronik oder Elektronik – nicht ein ziemlich guter Start in die eigene berufliche Zukunft sein könnte.
Denn die Bahnbranche braucht auch in den kommenden Jahren viele gut ausgebildete Fachkräfte und damit vor allem junge Menschen, die Lust darauf haben, sich mit allem zu beschäftigen, was auf der Schiene fährt und rund um die Schiene passiert.
Ein spannender Blick hinter ein Werkstor, an dem wahrscheinlich schon sehr viele Menschen vorbeigelaufen sind – bei dem aber nur die wenigsten wissen, was dahinter eigentlich alles passiert.



