Kommunikation ist ein wichtiger Schlüssel zur Fachkräftesicherung
Im letzten Jahr haben Sie Ihr Unternehmen in Schulen vorgestellt, interessierten Jugendlichen Einblicke ermöglicht und Ihre Ausbildungsangebote auf Berufsmessen präsentiert. Nach einem oft nicht ganz einfachen Bewerbungsprozess ist es schließlich geschafft: Sie haben einen Auszubildenden gefunden. Die Freude ist groß – und auch die Erwartungen sind hoch. Schließlich haben Sie viel dafür getan, genau diese eine Person zu gewinnen, die am 1. September ihre Ausbildung bei Ihnen beginnt.
Doch dann kommt der 31. Oktober. Nach mehreren Gesprächen und Versuchen, die Situation zu verbessern, steht am Ende eine schwierige Entscheidung: Der oder die Auszubildende bricht die Ausbildung ab. Damit wird aus einer vielversprechenden Perspektive eine Enttäuschung – für beide Seiten.
Für das Unternehmen bedeutet das verlorene Zeit, Energie und Investitionen. Für den jungen Menschen kann es im schlimmsten Fall bedeuten, zunächst im Übergangssystem zu landen und erst ein Jahr später eine neue Chance auf Ausbildung zu bekommen.
Die Frage ist also: Was kann man tun, damit solche Situationen gar nicht erst entstehen?
Ein zentraler Faktor ist und bleibt die Kommunikation. Genau hier setzt auch ein Thema an, das im Regionalen Fachkräfte-Bündnis Friedrichshain-Kreuzberg immer wieder diskutiert wird.
Kommunikation zwischen Jugendlichen und Fachkräften. Kommunikation zwischen Ausbilder:innen, Kolleg:innen und Geschäftsführung. Häufig treffen hier unterschiedliche Erwartungshaltungen, Arbeitsweisen und Perspektiven aufeinander. Gerade zwischen den Generationen kommt es immer wieder zu Missverständnissen – manchmal schlicht, weil Dinge unterschiedlich gemeint oder verstanden werden.
Im Mitgliederkreis des Bündnisses gibt es Expertise, die genau an dieser Stelle ansetzt. Ina Möhler, Expertin für Kommunikation, arbeitet regelmäßig mit Unternehmen und Auszubildenden. In Gesprächen und Workshops geht es darum, Erwartungen sichtbar zu machen, Missverständnisse frühzeitig zu klären und Kommunikationswege im Betrieb zu stärken.
Denn viele Ausbildungsabbrüche entstehen nicht aus mangelnder Motivation, sondern aus ungelösten Konflikten, Unsicherheiten oder fehlender Verständigung im Arbeitsalltag.
Das Regionale Fachkräfte-Bündnis möchte diese Perspektive künftig stärker einbringen. Unternehmen im Bündnis haben die Möglichkeit, über das Netzwerk den Austausch zu suchen und sich zu Fragen rund um Kommunikation in der Ausbildung zu informieren.
Für das Bündnis ist das ein wichtiger Baustein. Denn wir sagen: Wer langfristig wirtschaftlichen Erfolg sichern möchte, muss ausbilden. Und wer ausbildet, braucht neben fachlicher Kompetenz auch gute Kommunikation im Betrieb.
Das Treffen mit Ina Möhler hat gezeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist – und wie wichtig es ist, solche Erfahrungen im Netzwerk zu teilen.



