Haargenau zum Ziel

jobentdecker Konferenz Azubimarketing

Wie findet man diejenigen, die zukünftig unseren Job machen sollen?

Die jobentdecker Konferenz Azubimarketing fand am 25. Juni 2015 unter dem Motto „Haargenau zum Ziel“ statt. Über 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Schulen und Institutionen sowie Schülerinnen und Schüler aus vier Schulen des Bezirks folgten der Einladung in den Salon haarmacher, um zu erleben, wie Berufsorientierung und Azubimarketing zeitgemäß und zielgruppengerecht umgesetzt werden können. Unter dem Motto „Wie machen Sie das eigentlich?“, erfuhren Unternehmerinnen und Unternehmer, wie andere Firmen ihr Azubimarketing gestalten und tauschten ihre Erfahrungen aus.

Die Veranstaltung fand bewusst nicht in einer klassischen Veranstaltungslocation statt, sondern vor Ort in einem Ausbildungsbetrieb. Inhaber Thilo Holtorff hatte ganz konkrete Erwartungen an die Aktion: „Wir möchten auf diesem Weg Jugendliche entdecken, die Lust haben und talentiert dafür sind, den Friseurberuf zu erlernen. Dafür investiere ich die Arbeitszeit meiner Mitarbeiter und schließe den Laden einen halben Tag lang.“

Ein Leitthema der Veranstaltung war die Frage „Wie findet man diejenigen, die zukünftig unseren Job machen sollen?“ Antwort darauf gaben – neben den Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter – im Azubimarketing besonders erfolgreiche Unternehmer, die erfolgreich neue Wege eingeschlagen haben. Sie berichteten aus eigener Erfahrung von Best-Practice-Beispielen aus ihrem Unternehmen und wie sie es schaffen, Jugendliche von sich zu begeistern bzw. für eine duale Ausbildung zu interessieren.

Die aktuellen Herausforderungen seines Unternehmens brachte Thilo Holtorff, Inhaber des Salons haarmacher folgendermaßen auf den Punkt: „Betriebe haben drei Zielgruppen, um die sie werben müssen: Kunden, Mitarbeiter und Auszubildende.“

Auch Dieter Mießen, kfm. Leiter Frisch & Faust Tiefbau GmbH stellte heraus, dass Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen innovativ vorgehen müssen: „Man muss genauso hartnäckig nach Azubis suchen, wie nach Kunden.“ Dass diese Strategie aufgeht, beweist die Beliebtheit seiner Firma bei Jugendlichen, die nach einem Ausbildungsplatz suchen. Frisch & Faust kann jedes Jahr auswählen, wer hier eine Lehre anfängt, während andere Tiefbaufirmen vergeblich auf Bewerber warten. Das Durchschnittsalter liegt bei Frisch & Faust bei 39 Jahren – in der Branche mit 48 Jahren neun Jahre höher. Ca. 20 % der 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Auszubildende.

Xperience live

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurde statt auf theoretische Beispiele zu setzen ein Best-Practice-Beispiel live vor Ort demonstriert. Schülerinnen und Schüler probierten unter fachmännischer Anleitung den Beruf Friseurin / Friseur selber aus und stellten sich einem Talentwettbewerb. Ziel war es, zu zeigen, dass Jugendliche für Berufe mit dualer Ausbildung dann zu begeistern sind, wenn man ihnen das Ausprobieren der Tätigkeit direkt vor Ort ermöglicht und prozesshaft mit den richtigen Methoden arbeitet. Die teilnehmenden Unternehmen konnten von einem anderen Unternehmen lernen, wie eine Vielzahl an Jugendlichen für den Friseurberuf begeistert werden kann.

Diese Aktion für die Jugendlichen wurde als „jobentdeckerXperience“ im Vorfeld durch die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter persönlich in Schulen im Bezirk beworben. Dabei wurde ein eigens konzipierter Einladungsflyer mit weiteren Informationen und Anmeldemöglichkeiten an die Jugendlichen übergeben. Diese Gelegenheit nutzten die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter auch dazu, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und für die duale Ausbildung zu werben.

Von 700 Schülerinnen und Schülern aus 28 Klassen (9. und 10.) von 4 Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg interessierten sich 150 Jugendliche für eine freiwillige Teilnahme an der jobentdeckerXperience. Von diesen 150 mussten aus Kapazitätsgründen 40 interessierte Jugendliche ausgewählt werden. 49 kamen letztendlich zur Konferenz, probierten den Beruf Friseurin / Friseur selbst aus und stellten sich einem Talentwettbewerb.

Früher Vogel 2015

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zum vierten Mal der Preis “Früher Vogel” vergeben. Knut Mildner-Spindler, Bezirksstadtrat für Soziales, Beschäftigung und Bürgerdienste zeichnete in der Kategorie Unternehmen

  • den Friseursalon haarmacher
  • das Mövenpick Hotel Berlin
  • und die BVG

mit dem von Auszubildenden der Glaser-Innung Berlin hergestellten Glaspokal aus.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden besonders engagierte Lehrerinnen aus den beteiligten Schulen und die Gewinnerinnen und Gewinner des Talente-Wettbewerbs. Durch die Verleihung des Preises an Unternehmen, Lehrerinnen und Lehrer und Jugendliche wurde aufgezeigt, dass an einer gelungenen praktischen Berufsorientierung alle drei Gruppen gleichermaßen engagiert beteiligt sein müssen.

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