Ausbildungspraxis 2020 – erfolgreiche Strategien jenseits der Berufsschule

Es war sehr interessant wie andere uns branchenfremde Unternehmen diese herausfordernde Zeit mit Ihren Azubis bewältigt haben.

Jonas Gollert, Bär & Ollenroth KG

Austauschrunde zur erfolgreichen Ausbildungspraxis in Pandemiezeiten

Welche erfolgreichen Wege fanden Unternehmen, um ihren Auszubildenden trotz geschlossener Berufsschulen Berufstheorie zu vermitteln? Wo liegen die Herausforderungen? Wir haben von Ausbildungsbetrieben erfahren, wie Best-practice aussehen kann.

Mit welchen Strategien ist es Unternehmen gelungen, ihren Auszubildenden in Zeiten des Lockdowns weiter berufliches Wissen zu vermitteln und den Lernerfolg zu sichern? Diese und weitere Fragen diskutierte Rolf Hempel, Beitraining Berlin-Mitte , mit den 20 Podiumsgästen und Teilnehmer*innen der hybriden Austauschrunde am 1. Juli in Berlin. 

Dank des hybriden Formats verfolgten die Webinar-Teilnehmer*innen via Zoom ein Podiumsgespräch mit Lasse Kutzbach, Geschäftsführer des Dachdecker-Unternehmens Viellechner GmbH und Matthias Deiries, Ausbildungsbeauftragter der STILL GmbH, einem Unternehmen für Logistik-Lösungen. Rolf Hempel, Beitraining Berlin-Mitte, moderierte die Veranstaltung – mit dem Ziel, den branchenübergreifenden Wissenstransfer zwischen den Unternehmen zu initiieren.

Die Teilnehmenden tauschten sich zu ihren Erfahrung aus, welche digitalen Tools und Plattformen sich für die virtuelle Zusammenarbeit eignen – wenn es darum geht, den Kontakt zu seinen Auszubildenden auch während des Lockdowns zu halten. Matthias Deiries betonte dabei, wie wichtig es ist, trotz der vielfältigen Möglichkeiten virtueller Kommunikation das persönliche Gespräch zu suchen und individualisierte Aufgaben anzubieten. Als vorteilhaft für das Kontakthalten hat sich darüber hinaus die Praxis erwiesen, Auszubildende zu Beginn der Ausbildung mit Laptop und Mobiltelefon auszustatten.

Bei der Viellechner GmbH fand die Theorie-Ausbildung gewerkeübergreifend im Betrieb statt – da coronagerechte Unternehmensräume vorhanden sind. Mit dem positiven Effekt, dass Azubis Verständnis füreinander aufbauten – eine wichtige Voraussetzung, um reibungslos zusammenzuarbeiten. Lasse Kutzbach empfahl darüber hinaus, ein Mentoren-Programm, bei dem ältere Azubis jüngeren als Ansprechpartner zur Seite stehen, denn erzielte das Unternehmen bereits gute Arbeitsergebnisse.

In der Schlussrunde bewerteten die  Teilnehmenden neben den Tipps und Informationen für die eigenen Ausbildungspraxis den branchenübergreifenden Austausch als mutmachenden „Blick über den Tellerrand“. Das hybride Format verband die Vorteile von virtuellen und Präsenzveranstaltungen und trug maßgeblich dazu bei, dass dieses es gelungen ist einen vertieften Erfahrungsaustausch zu initiieren. Für Martin Knauft, Leiter des Projekts Schule-Betriebe interaktiv, ist das gelungene Webinar der beste Beweis, wie wichtig es ist, gut vernetzt zu sein, um den wichtigen Wissenstransfer in der dualen Ausbildung zu initiieren.