Digitale Kompetenzen für Arbeitnehmer:Innen gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit

Experten-Wissen: Ein Beitrag des FKU-Mitglieds MindRefined

Vor rund 30 Jahren erlebten wir die Geburtsstunde des World Wide Web. Vor knapp 25 Jahren kam das Smartphone auf, vor zehn Jahren begann die Künstliche Intelligenz (KI) ihren Siegeszug. Heute ist das Smartphone bei der Navigation im Straßenverkehr, beim Erwerb von Tickets für Bus und Bahn, der Authentifizierung beim Online-Banking oder der Warnung durch die Corona-App nicht mehr wegzudenken. Und zunehmend sind die Anwendungen bereits KI-basiert. All dies hat vor 15 Jahren niemand in der Form vorhersehen können. Heute sprechen wir von einem »Megatrend Digitalisierung« und können dennoch nicht genau prognostizieren, wie sich seine Zukunft gestalten wird. Eines ist jedoch sicher: Angesichts von Hochleistungsnetzen und -prozessoren eröffnet sich ein Kosmos neuer Technologien und Anwendungen, sowohl im Privatbereich wie in Wirtschaft, Dienstleistung, Medizin, Bildung, Verwaltung und vielem mehr.

Die Digitalisierung verändert mit einer rasanten Geschwindigkeit die verschiedensten Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft. Im Hinblick auf die Wirtschaft wandeln sich unter anderem Geschäftsmodelle, die Konkurrenzsituation am Markt, das Angebot an Produkten und Dienstleistungen, die Art der Leistungserstellung und die Vertriebs- und Kommunikationskanäle. Der digitale Wandel bietet zunehmend die technischen Möglichkeiten, Tätigkeiten im Rahmen des Wertschöpfungsprozesses zu automatisieren. In den letzten Jahren wurde in der Öffentlichkeit vielfach diskutiert, inwieweit die Digitalisierung negative Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung haben könnte. Ausgangspunkt dieser Debatte ist eine Studie von Frey und Osborne (2013), nach der in den USA aufgrund des technischen Automatisierungspotenzials fast jeder zweite Arbeitsplatz in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren gefährdet sein könnte.

Bonin et al. (2015) übertragen die Studie von Frey und Osborne auf Deutschland. Dabei weisen sie darauf hin, dass im Zuge der Digitalisierung in der Regel einzelne Tätigkeiten und seltener ganze Berufe automatisiert werden. Auf der Basis von Automatisierungswahrscheinlichkeiten anhand von Tätigkeitsstrukturen am Arbeitsplatz, kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass in Deutschland 12 % der Arbeitsplätze, Tätigkeitsprofile mit einer relativ hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit aufweisen. In den USA trifft dies auf 9 % der Arbeitsplätze zu. Die Werte sind somit deutlich niedriger als bei den Berechnungen nach Frey und Osborne. Zudem weisen die Autoren zur Interpretation der Ergebnisse darauf hin, dass das technische Automatisierungspotenzial nicht zwangsläufig zu negativen Beschäftigungseffekten führen muss, denn Maschinen können auch zu einer Veränderung von Tätigkeiten führen, ohne sie vollständig zu ersetzen. Darüber hinaus kann der digitale Wandel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in anderen Bereichen beitragen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu erhalten, bzw. zu stärken, fördert die Bundesagentur für Arbeit, mit Ihrem Programm WEITER.BILDUNG, die Qualifizierung von Arbeitnehmer:innen. Abhängig von der Unternehmensgröße, werden bis zu 100% der Weiterbildungskosten und sogar bis zu 75% des Arbeitsentgelts während der Weiterbildungsmaßnahme subventioniert. Je größer die Mitarbeiterzahl eines Unternehmens, desto kleiner fällt die Förderung aus. Somit werden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bei der Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter und somit bei der Bewältigung der Herausforderungen von morgen unterstützt. Voraussetzung für die Förderung einer Weiterbildung, ist die entsprechende AZAV-Zertifizierung der Maßnahme und des jeweiligen Bildungsträgers. Damit wird sichergestellt, dass bestimmte Qualitätsmanagement-Merkmale erfüllt sind. Sofern mehrere Mitarbeiter:innen geschult werden sollen, besteht die Möglichkeit eines Sammelantrags, um die Abwicklung mit der Agentur für Arbeit zu vereinfachen.

Wir bei MindRefined glauben: Digitalisierung kann jeder!
Und muss jeder können. Doch wir sind der festen Überzeugung, dass nicht jeder alles können muss. Aufgrund der Vielzahl an Themenfeldern ist es essentiell, die individuellen Aspekte der Digitalisierung, die einen Mehrwert bieten, zu identifizieren. Die aus unserer Sicht wichtigsten Themenfelder decken wir mit unseren fünf Weiterbildungsmodulen ab, die inhaltlich sehr flexibel gestaltet werden können um speziellen Wünschen und Bedürfnissen von Unternehmen und Mitarbeiter:innen zu entsprechen.

Wir verstehen uns als Kompass im digitalen Dschungel und unterstützen Unternehmen bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich Ihres individuellen Weiterbildungsbedarfs. Damit sich Unternehmer weiterhin auf Ihr Geschäft konzentrieren können, übernehmen wir auf Wunsch auch die Kommunikation mit der Bundesagentur für Arbeit und stellen sicher, dass die entsprechende Förderung bewilligt wird.

Neben dem finanziellen Aspekt der Weiterbildung von Mitarbeiter:innen, konnten wir die zeitliche Komponente als eine der größten Herausforderungen für Unternehmen identifizieren. Daher sind unsere Module nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich (Voll- oder Teilzeit) und formativ (Online- oder Präsenzunterricht) so flexibel wie möglich gestaltet.